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Artikel: Dieses in Maastricht ansässige Unternehmen sagt, es habe die Lösung gegen Haarausfall

This Maastricht-based company says it has the solution to hair loss niostem

Dieses in Maastricht ansässige Unternehmen sagt, es habe die Lösung gegen Haarausfall

Mane Biotech

Erwachte Stammzellen stimulieren das Haarwachstum

Maastricht 

Von Frans Dreissen

Hilfe, meine Haare fallen aus! Viele Menschen zwischen 20 und 40 Jahren denken, sie seien zu jung, um eine Glatze zu bekommen. Mane Biotech vom Health Campus in Maastricht will eine Lösung bieten, indem es träge Stammzellen in der Kopfhaut reaktiviert.

Donnerstag, 11. August 2022 um 15:45 Uhr

Haarausfall ist völlig normal. Übermäßiger Haarausfall, bei dem oft erbliche Faktoren eine große Rolle spielen, ist es nicht. Das Ärgerliche ist, dass kein Koffeinshampoo, keine Lotion, kein Medikament und keine Vitamintherapie ihn heilen können. Zumindest ist das nicht bewiesen.

Carlos Chacón-Martínez (41) nähert sich der Problematik, die junge Erwachsene oft psychisch stark belastet, aus wissenschaftlicher Perspektive. Der gebürtige Kolumbianer studierte in Gent und forschte an der Universität Dresden und dem Max-Planck-Institut zu regenerativer Medizin und Stammzellen.

„Stammzellen kommen im Blut, im Knochenmark und in der Leber vor. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Reparatur von Organen, aber auch bei der Erneuerung von Haut und Haaren. Mich fasziniert, wie man sie aktivieren kann.“

Haarwuchsgerät

Carlos Chacón gründete 2019 mit dem Elektroingenieur Samuel Jellard in Köln das biomedizinische Unternehmen Mane Biotech mit dem Ziel, ein Gerät für Haarwachstum zu entwickeln. Ein Prototyp wurde nun in Deutschland getestet, mit, wie er sagt, erstaunlichen Ergebnissen: dickeres Haar und eine höhere Haardichte pro Quadratzentimeter. Nächstes Jahr soll ein sechsmonatiger Versuch mit zwei Gruppen von je vierzig Personen folgen. „Um die Wirksamkeit nachweisen zu können, bekommt eine Gruppe ein funktionierendes Gerät und die andere eine Art Placebo.“

Das kabellose „Kissen“ wird einfach auf die kahle Stelle gelegt. Kontaktpunkte, die von einer Batterie gespeist werden, stimulieren ruhende und träge Stammzellen in der Kopfhaut. Diese wiederum reaktivieren die Haarwurzeln und das Haarwachstum. Sensoren erkennen, ob das Gerät an der richtigen Stelle sitzt und mit Software und künstlicher Intelligenz lässt sich das Wachstum per App überwachen.

„Bei einer täglichen Anwendung von einer halben Stunde zeigen sich nach drei Monaten bereits deutliche Ergebnisse: Es fallen genauso viele Haare aus, wie neu hinzukommen. Nach sechs Monaten sind die Haare dicker und dichter“, sagt Chacón, der aus Wettbewerbsgründen noch nicht zu viele Details über das Gerät verraten möchte.

Kein Sprint

„Haarregeneration ist kein Sprint, sondern eine Sache des langen Weges. Wir konzentrieren uns vor allem auf Männer zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Es ist eine kosmetische Sache. Frauen kommen für die Behandlung nicht direkt in Frage, da oft hormonelle Bedingungen eine Rolle spielen. Und bei älteren Männern sind die Haarfollikel im Laufe der Zeit so stark geschrumpft, dass sie kaum noch reaktiviert werden können.“

Carlos Chacón glaubt, dass sein Gerät auf einem Markt, der weltweit auf 13 Milliarden Dollar geschätzt wird, den entscheidenden Unterschied machen kann. Ein neunköpfiges Team arbeitet derzeit intensiv an einer ersten kommerziellen Version. „Köln ist unser Hauptsitz. In Maastricht findet seit Juli hauptsächlich die Forschung und Entwicklung statt und aus Pakistan kommt die notwendige Software.“

Mane Biotech rechnet damit, das Gerät Ende nächsten Jahres auf den Markt zu bringen. „Warum Maastricht? Weil die Region zusammen mit Aachen stark in der Entwicklung medizinischer Anwendungen ist und wegen der Nähe zu renommierten Krankenhäusern und Universitäten.“

Investitionsrunde

In einer ersten Investitionsrunde sammelte Mane Biotech 1,7 Millionen Euro ein; Geld vom Investmentfonds Brightlands Venture Partners und einer Reihe privater Investoren. „Um ein echter Gamechanger zu sein, werden ab Januar weitere rund zehn Millionen Euro benötigt. Darüber hinaus wird eine Crowdfunding-Kampagne in Erwägung gezogen.“

Die Absicht besteht darin, das Haarwuchsgerät in Kombination mit einem Abonnement der App für eine personalisierte Behandlung zu mieten. Dies nach dem Prinzip „Keine Heilung, keine Bezahlung“. Samuel Jellard hat das Unternehmen verlassen, um sich anderen Herausforderungen zu widmen. Emil Aliev wurde als Finanz- und Handelspartner angeworben.

„Kopfhaar ist so etwas wie Ihre Visitenkarte. Ich helfe den Menschen gerne mit etwas, das wirklich funktioniert. Ich verspreche keine Wunder. Es braucht Zeit, bis das Haar wächst.“

Im Anschluss an dieses Projekt beabsichtigt Mane Biotech, angrenzende Märkte und Gesundheitsaspekte wie die Hautregeneration bei der Wundheilung zu erkunden.

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